In Vechtas Kellergewölben…

….schmaust es sich gar fantastisch. Keller sind ja eigentlich nicht so positiv assoziert.
Das Kaponier macht dem Muff-Image von Untergeschossen aber schnell den Gar aus. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gar. Verstanden? Egal. Weiterlesen.

Das Restaurant Kaponier befindet sich im Keller des bekannten Hotels am Kaponier in Vechta und eignet sich einfach hervorragend für meine eat-12-challenge.

Idee gefasst. Angerufen, um einen Tisch zu reservieren. Sieht schlecht aus, heißt es vom anderen Ende der Leitung. Aber Moment, würde ein zweistündiges Zeitfenster für den Schmaus reichen, könnte man da was organisieren. Yeah. Ich mag Organisationstalente.
Medienopfer KitchIch fragt, ob die Speisekarte wohl online zu finden sei. Ob ich denn nicht aus Vechta käme, die Karte hänge doch draußen. Kurzer Schock, aber Recht hat `se auch wieder. Runter vom Sofa und auf in die Stadt. Karte sieht nett aus. Nicht überfüllt. Für jeden was dabei und wir werden nicht arm werden. Sehr gut.

5 vor 6. Nu aber flott. Parkplatzsuche kein Problem, weil riesiger Parkplatz nebenan. Kurz um den, die, das alte Kaponier (Turm am Wassergraben) herumlaufen, Stufen hinunterschlendern und zack, da sind wir schon. Wo geht`s denn hier lang? Das ist ja riesig. Kegelbahn, Weinstube. Ah Restaraunt rechts, so der stumme Holzpfeil.
Nein, wie hübsch. Das ist ja urig. So meine Begleitpersonen im Chor. Wir werden begrüßt und das Gesicht der Besitzerin öffnet sich lächelnd, als klar ist, das wir reserviert hatten und sie uns nicht wegschicken muss. Ein hübscher Platz ist unser und als ich mich um die Eckbank herumgequetscht habe, sacke ich wohlig und hungrig in meine Kissen.

Was wird bloß bestellt? Alle essen Fleisch. Kluge Menschen. Ich will das auch haben. Die Mini-Berichterstatterin in mir will aber die Facetten des Kaponiers kennenlernen und stürzt sich mutig in Pasta mit Riesengarnelen. Dazu gibt`s `nen leckeren Rotwein. Ach, Salat vorweg für die Damen. Lecker. Aber was ist mit den Männern? Y-Chromoson verhindert Salatbeilage? Doppeltes X-Chromosom macht es nötig? Es wird wohl an den Gerichten liegen. Die nette Besitzerin bietet einen Zusatzsalat an, die Männer lehnen dankend ab. Ha, jetzt aber Y-Chromoson.

Dann kommt der Hauptgang. Sieht das gut aus. Ehrlich. Die Fleischesser testen gleich die “Rosaness” und mein Mann spricht kauend: “Jap, das ist medium”. Großes Lob vom Meister. Ich teste und stimme zu. Mein Papa ist vom Gewürz begeistert und erfindet einen Trick, um die tausend kleinen Pfefferkörner in der Pfeffersauce auszutricksen. Erfolgreich.


Ich liebe meine Riesengarnelen. Der Koch kann was. Meine Sauce war etwas dünn, aber erstaunlicherweise trotzdem richtig lecker. Nochmal “Hut ab”.

Satt, erstaunt und um eine Erfahrung reicher, verlassen wir das Kaponier, um zuhause noch ein kleines Käffchen zu schlürfen. Schön war`s , da sind wir uns alle einig. Da kann man wieder hingehen, auch alle im Chor. Preis-Leistung vollkommen in Ordnung, nicht arm geworden. Koch kann was. Und einfach auch mal nicht immer Burger und Süßkartoffelpommes. Das ist ja fast schon nicht mehr zu finden. Danke!

Tschüss
euer Kaponierfan
KitchIch